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Die Vernunft der Erfahrung:
Eine pragmatistische Kritik der Rationalität.

    Rezension in der DZPHIL 3 (66) 2018

Zum Inhalt:
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Die moderne Philosophie steht im Schatten des Skeptizismus: Alle Wissensansprüche scheinen fallibel, alle Theorien nur vorläufig, alle Gewissheiten nur temporär zu sein. In dieser gespannten Situation ist die Versuchung groß, das Wesen des vernünftigen Denkens in der Form zu suchen. Vernunft gilt dann als ein allgemeines Vermögen, das bei wechselnden Inhalten seine kritische Kompetenz bewahrt. Doch solche Formalismen müssen scheitern: Wer Erfahrung nur als «Wahrnehmung» oder «Gehalt» adressiert, übergeht die dynamische und überschreitende Natur alles Erfahrens, ohne die Denken und Wissen nicht zu haben sind.

In dieser Studie wird gezeigt, dass der Pragmatismus von Peirce und Dewey als eine Philosophie der Erfahrung gelesen werden muss, die eine effektive Kritik der formalen Vernunft formuliert. Dabei bettet sie diese Philosophie in den weiteren Kontext der philosophischen Diskussion des 20. Jahrhunderts ein, in dem der Logische Empirismus und die postanalytische Philosophie auf die dynamische Natur des Wissens reflektieren. Die Frage nach der Erfahrung, so zeigt sich, ist selbst eine Reflexion auf die geschichtliche Erfahrung einer kontingenten Moderne.

Weitere Neuerscheinungen:

  • Im Herbst 2017 bei de Gruyter erschienen: « Die Subjektivierung der Erfahrung: Zu Deweys Rekonstruktion der Subjektivität» – eine Interpretation des sechsten Kapitels von Deweys Experience and Nature, erschienen als Beitrag in einem von Michael Hampe herausgegebenen Band aus der Reihe « Klassiker Auslegen» , die diesem Buch gewidmet ist (Link zur Verlagsseite).

  • Auch im Herbst 2017 erschienen: Meine Diskussion der analytischen Philosophie unter dem Gesichtspunkt der Rhetorik (Beitrag in dem von Andreas Hetzel und Gerard Posselt herausgegebenen Band zu “Handbuch Rhetorik und Philosophie”). Pointe des Beitrags: Der durchgängige antirhetorische Gestus der klassischen analytischen Philosophie ist selbst der im besten Sinne rhetorisch zu verstehende Versuch, die Kraft und Möglichkeiten der wissenschaftlichen Vernunft zu versammeln in der Zeit ihrer zunehmenden Erosion.