Zur Person

Jörg Volbers hat in Marburg, Paris und Berlin Philosophie, Psychologie und Soziologie studiert. An der FU schloss er 2007 seine Promotion ab (erschienen 2009 als “Selbsterkenntnis und Lebensform”) und hatte danach bei Gunter Gebauer eine Mitarbeiterstelle inne. Seine Habilitation (“Autonomie durch Erfahrung”) schrieb er 2013-2016 im Rahmen eines DFG-Projekts (“Eigene Stelle”), das am Arbeitsbereich von Georg Bertram am Institut für Philosophie der FU angesiedelt war. Jörg Volbers lebt mit seiner Familie in Berlin.

Die Arbeiten von Volbers drehen sich systematisch um die Frage, wie Rationalität und sprachliches Verstehen in Begriffen der Praxis gedacht werden kann. Er sieht die Philosophie von Wittgenstein, Dewey, Cavell und Foucault und anderen als die kritische Korrektur eines Rationalitätsverständnisses, das auf äußerst problematische Weise Vernunft ausschließlich mit Klarheit, Gewissheit und Selbstverständlichkeit gleichsetzt. Diese Interessen führen ihn sowohl zu den Klassikern der modernen Philosophie (vor allem Kant) als auch zu ihren modernen und postmodernen Kritiker*innen.

Die Kritik einer “Zuschauertheorie des Wissens” (Dewey) ist, so Volbers’ Überzeugung, keine Zurückweisung der Vernunft, sondern im Gegenteil die eigentliche Anerkennung ihrer Bedeutung und ihres Wertes für die Lebensführung. Es gilt, die Relevanz des philosophischen Fragens gegen die selbstbezüglichen Nischendiskurse, die wie Glasperlenspiele wirken, wieder zu gewinnen.